Jul 11
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Wie sichert man sich als Selbstständiger geeignet ab
Der Versicherungsbereich für Selbstständige unterteilt sich prinzipiell in die beiden Bereiche der privaten und der beruflichen Absicherung. Einige Versicherungen sind ohnehin gesetzlich vorgeschrieben, andere sind sehr sinnvoll, um existenzbedrohende Risiken abzuwenden.
Private Versicherungen
Hierzu gehören primär die Krankenversicherung und die Altersvorsorge inklusive einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Für die Altersvorsorge gibt es die Möglichkeit einer privaten Rentenversicherung, die zu empfehlen ist, sowie einer Kapitallebensversicherung. Auch eine weitere Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung über den Mindestbeitrag ist möglich, diese sichert für den Fall der Berufsunfähigkeit jedoch nach 1960 Geborene nur noch unzureichend ab. Empfohlen wird eine private Rentenversicherung in ausreichender Höhe, gegebenenfalls mit Beitragsdynamik, und eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung und/oder eine Rürup-Rente, durch die der Selbstständige noch deutlicher von der steuerlichen Absetzbarkeit profitiert. Eine Kombination mehrerer Möglichkeiten kann sich anbieten, denn die Rürup-Rente ist zwar insolvenzsicher, kann aber nicht beliehen oder verkauft werden. Mit der privaten Rentenversicherung und der Kapitallebensversicherung ist das möglich, sie dienen auch als Pfand zur Kreditbesicherung. Zudem sind die Renditen einzelner Versicherer schwer zu prognostizieren. Wer den Überblick behält, sichert sich auf mehreren Ebenen ab.
Bei der Krankenversicherung kann sich der Selbstständige für die gesetzliche oder die private Krankenversicherung entscheiden. Die private Krankenversicherung bietet viele Vorteile, unter anderem kann der Beitrag durch eine hohe Selbstbeteiligung unerhört günstig gestaltet werden. Es muss aber das Kapital für die Selbstbeteiligung in irgendeiner Form erspart werden und auch liegen bleiben. Selbstbeteiligungen sind in der Regel bis 5.000 Euro möglich, der Beitrag kann hier inklusive Pflegeversicherung auch für einen 50-jährigen Mann bei rund 130 Euro monatlich liegen. Das bedeutet, dass zwar Leistungen für die zahnärztliche Versorgung selbst zu tragen sind und alle sonstigen ärztlichen Leistungen (auch Operationen) bis 5.000 Euro, ein durchschnittlich gesunder Mensch nimmt aber im Jahr nur Leistungen von höchstens 500 Euro in Anspruch, spart also jährlich gegenüber dem Durchschnittsbeitrag von rund 350 Euro monatlich im Jahr 2.640 Euro, in zehn Jahren 26.400 Euro. Wem das abenteuerlich erscheint, der möge seine Krankenhausbesuche der letzten zehn Jahre überrechnen.
Betriebliche Versicherungen
Der Selbstständige muss hinsichtlich des Fahrzeuges komplett abgesichert sein, neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung empfiehlt sich mindestens eine Teilkasko und eine Verkehrsrechtsschutzversicherung. Im Bereich Rechtsschutz kann ein Komplettpaket mit Firmenrechtsschutz gewählt werden. Des Weiteren ist eine Betriebs-Haftpflicht unerlässlich, wenn vom Betrieb entsprechende, versicherbare Gefahren ausgehen. Das betrifft beispielsweise Handwerker und das produzierende Gewerbe. Zum Teil ist die Versicherung gesetzlich vorgeschrieben, wenn vom Betrieb beispielsweise Gefahren für die Umwelt ausgehen. Sollte ein Warenlager bestehen, ist dieses über die Betriebsinhaltsversicherung zu schützen, wer ein Gebäude besitzt, muss dieses entsprechend versichern, die meisten Firmen benötigen eine Elektronik- und eine Betriebsunterbrechungsversicherung. Wer mit Maschinen arbeitet, kann diese gesondert versichern.